Peenewanderfahrt vom 03.07 bis 09.07.2011                            zurück

(berichtet von Kerstin Stein-Mahlig, Bilder von Marco Zerbaum)

Die PEENE verläuft zwischen engen Schilf-, Wald- und Binsenufern, durch Auwälder, Altwasserarme, weite Strecken abgeschieden vom Verkehrslärm und jeglicher Zivilisation. Die Altwasserarme waren frühere Torfabbaustellen, die mit jeder Menge Seerosen zugewachsen sind. Die Peene hat zur Ostsee hin über die gesamte Länge ein Gefälle von nur 60 cm und damit eine leichte Strömung. Wenn aber auflandiger Wind auf der Ostsee steht, kann es durchaus passieren, dass die Strömung dreht und andersherum verläuft. Das Peenetal ist das größte zusammenhängende Niedermoorgebiet Mitteleuropas. Die Peene ist eine Bundeswasserstraße und knapp 100 km lang.

Fahrtenbericht:
Um gleich mal das Ende vorwegzunehmen: die Wanderfahrt endete wie sie angefangen hatte: mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit: es goss stundenlang wie aus Eimern!
Aber der Reihe nach:

 

Anreise am 03. Juli nach Dahmen bei Dauerregen aus verschiedenen Richtungen, Dessau, Ratzeburg, Eisenhüttenstadt, Thüringen, Hemmoor, Neubrandenburg..... trotzdem saßen wir alle vollzählig ab 18 Uhr in einer 15 m² Grillhütte, aßen und tranken viel und durcheinander (Kopfschmerz), quatschten und hofften auf besseres Wetter für die bevorstehende Woche.

Wir, dass waren: Manfred (Flügel), Eyke, kleiner Harald, großer Harald, Otto-Harald, Jutta und Horst (Schnief), Kerstin aus EH, Stephan, Gerhard, Andreas, Bärbel, Anita, Alice, Daniel (Schucki), Marco, Lothar (Bonzo) und aus Aken: Karl-Heinz, Richard, Hubert, Roland.
Übernachtung und Frühstück in der Jugendherberge Dahmen war i.O.

 

Montag, 04. Juli: Regen in allen Stärken: Niesel-, Land-, Dauer- und Starkregen! Es half aber nichts, wir gingen gg. 10 Uhr auf den Malchiner See. Die Durchfahrt durch den Dahmer Kanal war spannend. Der Dahmer Kanal ist stark zugewachsen, kurvenreich und teilweise nur 40 cm tief. ALLE, außer dem Steuermann, könnten besser steuern, meinten die Rudernden! Die Mittagsrast am Kummerower Strandbad und Hafen wurde genutzt um sich einmal "trockenzulegen", alle waren bis auf die Haut durch. Der Regen hatte dann aber ein Einsehen mit uns Ruderern, er hörte fast auf. Zum Glück blieb auch der Wind in seiner Hütte, sodass die Überfahrt über den Kummerower See ein Kinderspiel war.

Übernachtet wurde für 2 Nächte im Landgasthof Trittelwitz: ein sehr schönes Quartier, mit super Küche und Frühstück!

Zu TRITTELWITZ gibt es nur so viel zu sagen: 10 schmucke Häuschen, ein Kreisverkehr (!!!), eine Bushaltestelle und eine nette Kneipe, die um Mitternacht abgeschlossen wird. Wenn Handyempfang (ein Balken), dann an der großen Eiche oder am Kreisverkehr!
Der Aufreger des Tages: die Suche nach dem "Roten-Marmeladensäckchen".

 

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Dienstag, 05.Juli: 1. Aktion des Tages: Das Rote Marmeladensäckchen wurde in den frühen Morgenstunden heldenhaft wiederbeschafft von Eyke (inkl. 99 km Auto-Zusatz-Fahrt). 2. High Light: ab sofort war super Wetter! Sonnencreme wurde gebraucht und viele Getränke.

Nach ca. 5 km auf der Peene am Abzweig in die Tollense musste durch die Fahrtenleitung eine kurzfristige Änderung vorgenommen werden. Grund: auf der Tollense wurde genau in diesem Augenblick eine Krautsperre gelegt. Schade. Aber die dann erfolgte Befahrung des Trebel war nicht minder schön. Der Trebel schlängelt sich mit vielen Kehren durch die Torflandschaft, Backbord Schilf, Steuerbord Schilf. Interessant! Nie langweilig! Zurück im Landgasthof Trittelwitz erwartete uns sehr leckerer Schweinebraten und Gulasch. Wer zu langsam war, hatte Pech. Wie ich!. Da gab es keinen Nachschlag mehr.

Der Aufreger des Tages: Findet der Landdienst die Stelle für die Mittagsrast nach der Planänderung?

 

 

Donnerstag, 07.Juli: Heute stand nur eine Tagesetappe von 29 km bevor. Wir machten gemeinsam aller 5 km eine kurze Pause und genossen das warme Wetter und die Landschaft: Steuerbord Schilf, Backbord Schilf! Die Verpflegung in meinem Boot war super: halbe Eier mit Salz und Löffel (!!), Bonbons, Backobst wurde verteilt. Für die Mittagsrast sollte die Essensbestellung vorab telefonisch durchgegeben werden: Fisch oder Fleisch?? war der Spruch des Tages.

Gegen 16 Uhr wurden wir von Peter und Dietrich aus Anklam am Bootshaus des Anklamer Ruderklub herzlich begrüßt. Übernachtet wurde in allen Ecken des Bootshauses (inkl. Vorstandzimmer und Freiluftschläfer) auf Luma. Individuelles Abendessen war angesagt ' am Ende saßen min. 15 Ruderer in derselben Kneipe. Der Tisch wurde immer wieder verlängert. Die Nachtruhe wurde durch eine nur nachts arbeitende Ramme gestört. WUMS, WUMS

ANKLAM war einst eine reiche Hafenstadt. Heute zeugen davon noch einen historische Stadtmauer und ein gut erhaltendes Stadttor. Otto und Gustav Liliental sind berühmte Söhne der Stadt. Heute hat Anklam ca. 13.000 Einwohner.

Der Aufreger des Tages: Von einigen Teilnehmern wurde das Essen im "Fährkrug" in STOLPE als unverschämt teuer empfunden. Ambiente und Qualität waren sehr gut, deshalb von mir ein "O.K." für die Lokalität.

 

Alle Bilder dieser Fahrt und in voller Auflösung stehen hier zum Download

Mittwoch, 06.Juli: Bärbel hatte Geburtstag. Die Wirtin des Landgasthofes hatte einen lecker Schokoladenkuchen gebacken. Dann zog bei bestem Wetter unser Tross weiter: Richtung Demmin, vorbei an mir bekannten Anglern in Richtung Loitz und Jarmen.

 

Demmin war, neben Anklam, eine der einzigen Städte die wir während der Fahrt passierten. Der rote Kirchturn der St.-Bartholomaei-Kirche ist weithin sichtbar und schien immer größer zu werden, je weiter wir uns entfernten, wie um zu sagen: Ihr hättet mich mal besichtigen sollen!

 

DEMMIN ist eine Hansestadt (geht aufs 12.Jahrundert zurück, da die Peene schiffbar war und hier hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse transportiert wurden), hat heute noch ca. 11.000 Einwohner und kommt ziemlich verschlafen daher. Von meinen Anglern wurde mir berichtet, dass auch tatsächlich ein Schubschiff mit Getreide beladen wurde in dieser Woche.

 

Mittagessen im ehemaligen Bahnhof von LOITZ: Lecker, Lecker und mit weißem Tischtuch!

 

Das Anlegen und Aussteigen in JARMEN gestaltete sich als sehr schwierig. Für Ruderer einen schlecht geeigneter Bootshafen. Übernachtet haben wir im DDR-Charme einer Wohnheimbaracke. Jutta und Bärbel zauberten ein lecker "Stulle mit Brot"-Abendessen. Es wurde ein lustiger und lauter Abend.

 

Der Aufreger des Tages: Fahrtenleiter 1 (Schnief) missachtete alle wohlbekannten Regeln des Badens in fremden Gewässern. Er stürzte sich kopfüber in die Peene und zog sich dabei an einem unter der Wasseroberfläche befindlichen Holzpfahl eine dicke Schramme auf der erweiterten Stirn zu. Das hätte auch schlimmer ausgehen können!

 

Freitag, 08.Juli: Trübe, spannende Wetteraussichten à Dauer(Stark)regen bis 11 Uhr. Hin und Her, ob die Fahrt an der Stelle abgebrochen wird. Fahrtenleiter Schnief rief zum Abbruch, Fahrtenleiter Andreas wollte wenigstens bis über den Peenestrom nach Karnin rudern. zwei Boote wurden abgeriggert, zwei Boote (mit OHK, Kerstin, Schnief, Jutta, Eyke, Anita, Sebastian, Bärbel, Gerhard und Andreas) wagten gegen 11 Uhr die Ausfahrt und taten gut daran. Es blieb von oben trocken. Wir konnten an der weit sichtbaren markanten Stahlträgerkonstruktion der ehemaligen EISENBAHN-HUBBRÜCKE bei KARNIN vorbeirudern und in der „Hafenschänke" zum Mittag anlegen.
Die Eisenbahnhubbrücke wurde 1932 – 33 erbaut und am 29.4.1945 zerstört. Sie wurde errichtet um Usedom touristisch zu erschließen und diente der Wehrmacht als Transportweg. Zerstört wurden aber nur die zuführenden Brücken, das Hubgerüst blieb unversehrt und ist ein historisches Wahrzeichen der Ingenieursbaukunst in Deutschland. Die Hubhöhe betrug 35 Meter. Die Konstruktion ist vergleichbar mit dem Schiffshebewerk in Niederfinow.
Nach der Mittagspause verabschiedeten wir uns noch von Manfred, Harald P. und Schucki, die per PKW nach Karnin kamen. Das Wetter hatte sich deutlich gebessert, es war warm und die Sonne schien teilweise. Da die Moral der Truppe aber morgens schon gebrochen war, wurde zurückgerudert, Boote verladen, Reste aufgegessen und der Heimweg angetreten, einen Tag eher als ursprünglich geplant.

Der Aufreger des Tages: Das Wetter!

 

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Dank an die Fahrtenleiter Schnief und Andreas für die präzise
Vorbereitung, Dank an Eyke für den Bootstransport, Dank an
OHK und Stephan, dass nie die Getränke ausgingen, Dank an
Verpflegungs-Fee Bärbel.
Danke dass ich wieder dabei sein durfte!

Kerstin Stein-Mahlig

RV Fürstenberg (Oder) 1910 e.V.

 

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