Hemmoor 2011     Ein feuchtfröhliches Wochenende                       zurück

(berichtet von Thomas Barnutz, Bilder von Daniela Mohs)

„Prost Mädels“ waren die erste Worte auf dem Weg nach Hemmoor. Das Zusammenstoßen von Glasflaschen war unmittelbar nach dem Schließen der Türen, beim Zünden des Motors und vor dem Einlegen des ersten Gangs zu hören. Der Einstieg ins Fahrzeug war gleich der Einstieg in ein feuchtfröhliches Wochenende. Eins war uns von Anfang an bewusst, Hemmoor ist immer wieder ein Erlebnis.

 

Ständiges Zusammenstoßen von Glasflaschen führt natürlich auch zur Verzögerung der Ankunft. Um Peinlichkeiten beim Aussteigen zu vermeiden, musste das Leergut auch noch abgegeben werden. Gut gelaunt kamen wir schließlich an und die Mannschaft war komplett. Sieben Ruderkameraden der Roßlauer RG beabsichtigten, an der Regatta teilzunehmen. Anita und Stefan ruderten mit Kameraden aus Stadthagen mit.

 

 

Nach dem Aufbauen der Zelte und ein Willkommen im Bootshaus lautete das Motto schließlich: „Lasst uns das Boot (eine Leihgabe von Stefan Bockisch’s Verein RC Stadthagen) trimmen, bevor wir dazu nicht mehr in der Lage sind!!“ Schnell wurde dies erledigt. Eine Probefahrt musste dennoch sein. „Ja es ist ein schweres, aber auch ein gutes Boot!“ waren wir uns einig.

 

Nach ausreichend Regenschauer während der Nachtzeit sind wir bei stürmigem Wind aufs Wasser gegangen. Manch Welle war hoch, dennoch kamen wir gut voran. Über die Wahl des zugewiesenen Bootes waren wir weiterhin sehr zufrieden. Im trockenem Zustand hatten wir schnell den ersten Wendepunkt in Sichtweite. Dieser wurde aufgrund des Windes vor das Sperrwerk gelegt, da ein Rudern im Bereich des Wattenmeers nicht möglich war. Der Wendepunkt bestand aus einem Boot der freiwilligen Feuerwehr Hemmoor. Für die beiden  Kameraden galt: Vor dem Sperrwerk ist nach dem Sperrwerk. Wir fuhren durch das Sperrwerk und die Wellen wurden höher. Schließlich hatte das Schicksal es gut mit uns gemeint, denn das Motto des Wochenendes ist außer Reichweite geraten. Das Boot lief voll, wir gingen baden. Das Kommando „Aussteigen“ fiel, war aber ohne Bedeutung.

 

 

Unter Mithilfe der Feuerwehr haben wir es nach „gefühlten“ unendlichen Versuchen doch noch geschafft, das Ufer zu erreichen. Wir waren frohen Mutes, denn unserem Motto sind zwei weitere Vierer gefolgt. Glücklicherweise gab es keine Blessuren, Materialschäden und Tennisbälle sind ersetzbar. Respekt, eine Hamburger Mannschaft kippte ihr Boot aus und ruderte zurück. Nur eine Vierermannschaft aus Stadthagen teilte mit uns die Fröhlichkeit. Anita und Stefan saßen jedoch in einem anderen Boot.

 

Feucht bis auf die Haut fanden wir eine Möglichkeit, uns unterzustellen. Ein Dank von dieser Seite an die Mitarbeiter des Museums „Natureum“ am Sperrwerk. Wir stellten fest, es gibt keinen Grund nicht zu lachen, obwohl uns auch schon anders zumute war.

 

 

Ein Bootstransport wurde organisiert. Kalt bis auf die Knochen verluden wir die Boote und mit dem Transporter ging es zurück. Um sich zu wärmen, nutzte Roland einen Schlafsack, welcher im Transporter lag. Der Eigentümer des Schlafsacks hatte schließlich auch ein feuchtfröhliches Erlebnis, als er ihn für die Nacht wieder nutzte.

Nach einer warmen Dusche und nach mehreren Stunden endlich wieder trockener Bekleidung hieß es erneut „feuchtfröhlich soll es weiter gehen!“. Und wer nun denkt, dass wir irgendwann nur noch in einen warmen Schlafsack wollten, der sollte aufhören zu denken.

 

 

Ein Ziel war es, alle Sprüche des Wochenendes in diesen Text zu verfassen. Ein Romaneschreiber bin ich aber nicht. Dabei sein ist halt alles.

Alle Bilder dieser Fahrt und in voller Auflösung stehen hier zum Download

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Nicht jedes Boot nahm den zweiten Teil der Regatta in Angriff. Die Erlebnisse waren auch für Außenstehende nervenaufreibend, nicht ohne Grund. Der Wind blieb, der Regen nahm zu und wir waren der Meinung, das Richtige getan zu haben, denn unsere Klamotten blieben trocken. Die Siegerehrung folgte. Aufgrund der gefahrenen Zeiten wäre für uns eine gute Platzierung und ein Pokal im Viererwettbewerb möglich gewesen. Einen Pokal für als Erstes am Wendepunkt im Wasser zu sein, gab es nicht. Dieser wäre Unserer. Den Termin für 2012 habe wir uns dafür geben lassen, der 16. Juni. Auf ein Neues.

Der Samstag war lang, die Stimmung gut und das Lagerfeuer heiß. Der Sonntag verlief ruhiger. Lediglich der Wind war anderer Meinung. Die Sonntagsregatta wurde abgesagt. Anita und Stefan begaben sich zur Großen Peenefahrt, die anderen fuhren Heim. Viel Feuchtigkeit nahmen wir mit nach Hause, denn unsere Klamotten trockneten einfach nicht an der frischen Luft. Entsprechende Getränke waren dafür alle.

 

 

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„Prost Mädels!“

Teilnehmer: Anita Krause, Stefan Bockisch (ruderten bei Stadthagen mit),  
Daniela Mohs, Steffen Fischer, Beatrix und Thomas Barnutz, Roland Schnee