Unverhofft kommt oft oder wie es der Zufall manchmal will
Wanderfahrtbericht eines Gastes
Ro�lau - Rog�tz 2012

 

 

Eine kleine Bildergalerie wurde von Daniela Mohs und Harald Puhl gestiftet.

 

Im letzten Jahr starteten am Sonntag nach dem samst�glichen Freizeitachterrennen zum Akener Stadtfest mit mir 5 Ruderer des Bernburger Ruderclubs auf die spontane Wanderfahrt �Saalecountdown� von Bernburg nach Barby - bekanntlich ja die letzten Kilometer der Saale bevor sie in die Elbe m�ndet. Auf dieser Fahrt nervte ich unsere M�nner bereits mit dem Wunsch, wir k�nnten doch diese Tour wiederholen und auch ein klein wenig verl�ngern, dann mit dem Ziel Pretziener Wehr. Dorthin w�rde ich gern mal rudern � ich hatte es bereits mit dem Fahrrad entlang des Elberradweges �fter erreicht und dachte, es w�re auch ein lohnenswertes Ziel dies mal rudernderweise zu schaffen.

 

Und wie es dann eben der Zufall manchmal will, wurde ich prompt ein Jahr sp�ter beim Treffen der Freizeitachtermannschaften in Aken von Euch Ro�lauer Ruderfreunden gefragt, ob ich nicht Lust h�tte, kurzfristig f�r die urspr�nglich angemeldete Bernburger Ruderkameradin Steffi einzuspringen, die aufgrund einer kleinen Plan�nderung zum Antritt ihres verdienten Urlaubes ihre Teilnahme auf eine sp�tere Wanderfahrt verschieben muss. Auch wenn ich nicht sofort vor Ort zugesagt habe, reizte mich doch auf Anhieb der Etappenort �Pretziener Wehr�. Reizvoll zugleich war f�r mich auch, erstmalig eine 2-Tages-Wanderfahrt zu unternehmen, bei der man nicht zum Tages-Start-Ort zur�ckkehrt und das Erfahrung sammeln Eurer langj�hrigen Wanderfahrtpraxis.

 

So trafen wir dann alle gegen 9 Uhr im Bootshaus ein, trugen die Boote, Wanderfahrtutensilien und das Gep�ck in Windeseile gen Wasser. Die Handgriffe der Ro�lauer Wanderruder sa�en. Dabei staunte ich auch nicht schlecht �ber die gro�e Anzahl an Bootsflaggen die Euch zur Verf�gung stehen! Alles abfahrtsbereit versammelten wir uns dann zum �offiziellen Startschuss� der Wanderfahrt mit Er�ffnungsworten der neuen Wanderruderwartin Daniela, ihrer Bekanntgabe der Bootsverteilung/Bootsobm�nner sowie der �bergabe der Streckenf�hrung und -merkmale � das alles f�r mich -zugegebenerma�en- in der Art und Weise ein bisschen Neuland, aber auch gleichzeitig f�r mich nicht nur die M�glichkeit, mir alle bis dahin noch neuen Gesichter und Namen einzupr�gen. Als neu stellte sich sp�ter f�r mich auch das konsequente Durchwechseln des Steuermanns dar. Jeder der Bootsbesatzung steuerte einen ann�hernd gleich langen Teilabschnitt der Tagesstrecke - eine gerechte Verteilung, da ja bekanntlich keiner der Ruderer gern steuert ;-)

 

So, und p�nktlich 10 Uhr schwammen dann die beiden Vierer auf der Elbe und los gings. Nur nicht so schnell, Ro�lauer Wanderruderschlag � bedeutete f�r mich eine kleine, kurze Umstellung � aber schlie�lich lagen fast 50 km vor uns � eine solch lange Tagesstrecke hatte ich bisher noch nie in Angriff genommen � aber schlie�lich z�hle ich mich ja auch noch zu den Wanderruderanf�ngern - und im Nachhinein betrachtet, war die Streckenl�nge dann mit Ro�lauer Wanderrudertempo auch absolut machbar - wir hatten ja den ganzen Tag Zeit daf�r.

 

Erste Mittagsstation machten wir bei Ruderclub Aken. Einladend und Willkommen hei�end ihre Sitzgruppe vor dem Bootshaus mit bestem Ausblick auf die Elbe. Gem�tlich schlemmten wir in herrlicher Ruhe unsere Gemeinschafts-Lunchpakete mit Schnitzel und Kl�pschen, gesunden M�hrchensticks, Eiern und S��em als Nachtisch. Kl�rchen w�rmte uns dabei den �Buckel�. In Breitenhagen st�rkten wir uns dann nochmal zur Kaffeezeit auf dem Schiffsrestaurant �Marie-Gerda� bevor wir dann am sp�ten Nachmittag in den alten Elbarm Richtung Pretziener Wehr einbogen. Vorab gab es f�r Bonzo auf dem letzten Elbabschnitt noch etwas zu feiern - was er nat�rlich auch mit seinen Bootskamaraden tat. Er hatte den 1.000sten km in diesem Jahr gefahren. Wow! Herzlichen Gl�ckwunsch. Auf Dein Wohl! Hier zeigt sich nat�rlich der Vorteil eines elektronischen Fahrtenbuches. Jederzeit ist die Jahreskilometerleistung eines jeden eingetragenen Sportlers m�glich � . Ein sch�nes Hilfsmittel, aber manchmal kann man eben nicht alles haben ;-)

Spannend wurde dann die Einfahrt in die alte Dornburger Elbe in Richtung Pretziener Wehr, bei dem aktuellen Wasserstand aufgrund von Untiefen ein wenig risikant. So nahmen wir dann etwas die Kraft von den Bl�ttern und genossen einfach in Ruhe die herrliche Natur, immer aber auch mit einem Blick auf den Wasserstand. Das zahlte sich aus und wir kamen ohne gr��ere Probleme im Steinhafen an, nicht aber ohne vorher noch den kleinen Abstecher zum Wehr zu machen. Das musste schon sein. Neuwasser! Und das Wehr fast zum Anfassen ... so idyllisch. Dank Haralds Bem�hungen wurden wir dann � nur wenig sp�ter - beim Anlegen sogleich vom Hafenmeister erwartet. Die Boote f�r die �bernachtung gesichert, zogen wir nach einer kurzen Neuwasser-Verschnaufpause in Richtung Pretzien, wo wir unser Nachtlager insbesondere in der Pension Braun bezogen. Nach der Tagestour st�rkten wir uns dann auch dort mit einem leckeren, kr�ftigen Abendessen. Auch das super Fr�hst�ck am n�chsten Tag bot eine gute Grundlage f�r die 2. Etappe unserer Wochenendtour. Als uns dann auch noch spontan das Gep�ck fast bis an den Steg gefahren wurde, waren wir alle sicher... bei der n�chsten Tour zum bzw. �ber den Zwischenstopp Pretziener Wehr kehren wir auf jedenfall gern wieder in der Pension Braun ein.

 

So ging es dann recht flott und p�nktlich um 9 Uhr auf den zweiten Streckenabschnitt, der uns bis zum Nachmittag nach Rog�tz f�hren sollte. H�hepunkt hierbei sicherlich die Durchfahrt durch unsere Landeshauptstadt. Aber auch der Blick auf Sch�nebeck war recht interessant und Petra konnte hier schon mit gro�em Wissen zu den architektonischen Highlights der Uferbebauung �berzeugen. Gro�e Freude bereitete es ihr dann auch uns w�hrend der Mittagspause, das wir picknickender Weise auf dem schattigen Gel�nde des SCM verbrachten, ihr Ruder-zu-Hause � das �alte� Bootshaus des SCM - zu zeigen. Der Blick ins Haus und insbesondere der herrliche Blick von der obersten Etage auf den Elbarm lie� uns fast vergessen, dass wir noch ein ganzes St�ckchen Weg bis zu unserem Etappenziel vor uns hatten und so mussten wir uns dann beim Ablegen auch etwas sputen, waren wir ja eigentlich auch erst vor den Toren Magdeburgs. Das Durchqueren der Landeshauptstadt selbst verlief dann wie im Fluge dank Petras erstklassiger Stadtf�hrung vom Wasser aus, Petra � das hast Du toll gemacht. Abgelenkt wurden wir dabei nur von OHK�s Steuerk�nsten, der seinen M�nnervierer scheinbar m�helos und gezielt �ber die flachsten Stellen des Domfelsen lenkte, w�hrend wir Frauen auf der anderen, der erfahrungsgem�� tieferen Uferseite kr�ftig die Griffe unserer Skulls festhielten, um in dem aufgew�hlten Elbwasser nicht Baden zu gehen. Lieber Manfred, beide Boote haben es unbeschadet �berstanden :-)

 

Schwuppdiwupp befanden wir uns auf dem letzten Streckenabschnitt unserer 2-Tages-Tour nach Rog�tz. Auch diesen Teil kannte ich bisher nur radfahrenderweise den Elberadweg entlang. Beeindruckend hierbei insbesondere die Unterquerung der Trogbr�cke des Mittellandkanals... ja, ja, die Trogbr�ckeacht der Magdeburger Ruderfreunde � in diesem Jahr klappt es f�r mich noch nicht, aber f�r das n�chstes Jahr w�re das nicht nur eine �berlegung wert... B�rbel und Daniela w�nsche ich f�r den 22.09. auf jeden Fall viel Spa� und bin dann auf euren Erlebnisbericht gespannt.

 

Die Sonne brannte mittlerweile ganz sch�n und aufgrund der etwas verbummelten Mittagspause legten wir uns nun ganz sch�n in die Riemen ...�h nein, zogen wir an den Skulls mal mehr, mal weniger kr�ftig. Ich merkte ehrlicherweise schon, dass uns nun fast 100 km in den Beinen steckten und wie schon geschrieben, die Sonne tat ihr �briges. Vielleicht h�tte eine kleine Badepause nochmal gut getan, aber wir wollten ja auch nicht unsere Abholer an einem Sonntag zu lange warten lassen - hier an dieser Stelle den beiden Abholern Thomas und Steffen ein dickes Dankesch�n f�r das �Opfern� des Sonntag Nachmittag. Wir kamen dann tats�chlich auch ziemlich punktgenau zu 16.30 Uhr an der F�hre in Rog�tz an. Die schmale Anlegestelle und das Herausklettern �ber den Bug kostete so manchen noch einmal Nerven, aber mit dem z�gigen Verladen der Boote und der Abfahrt gen Ro�lau war das schnell vergessen.

 

In Ro�lau angekommen machten wir uns trotz der schon untergehenden Sonne und des Kroggiseins noch einmal Mut und ganz nach dem Zschornewitzer Motto �Viele H�nde, ein schnelles Ende� reinigten wir ratzfatz die Boote und setzten sie wieder zu fahrbereiten C-Gig-Vierern zusammen. Beeindruckt haben mich hierbei �brigens Eure mit Akkus betriebenen Wasserpumpen. Ich glaube, das w�re auch eine praktikable Idee f�r unsere etwas �lteren Wanderruderboote anstatt Schwamm und Kaffeebecher. Wenn ich da nochmal auf Euch drauf zu kommen d�rfte � wegen der technischen Details usw. :-)

 

Liebe Ro�lauer Ruderfreunde, es hat mir wahnsinnig viel Spa� gemacht mit Euch ein Wochenende auf Eurem Heimatfluss rudernderweise verbracht zu haben und ich danke Euch hierbei f�r Eure Gastfreundlichkeit. Und weil es so sch�n war haben Daniela und ich damit begonnen erste Pl�ne �ber eine Wiederholung dieser Tour zu schmieden, vielleicht dann ja auch mit dem Startort Bernburg � Mich w�rde es auf jeden Fall freuen, Euch auf Euren Wanderfahrten noch einmal begleiten zu k�nnen, gern auch mit weiterer Bernburger Verst�rkung oder einfach auch umgekehrt.

 

Bis dahin sendet Euch liebe Gr��e an die Elbe nach Ro�lau

 

der Bernburger Ruderzwerg Jana